Präventiv-Apothekerin Fanny Patzschke erklärt, woran du einen Nährstoffmangel erkennst, wie er entsteht und wie du ihn vermeidest.

Nährstoffmangel Erkennen, Verhindern, Behandeln

Damit unser Körper bestmöglich arbeitet, brauchen wir viele wichtige Nährstoffe. Neben den drei Makronährstoffen, die zur Energiegewinnung und als Baumaterial dienen, sind vor allem die Mikronährstoffe essentiell. Dazu gehören Vitamine und Mineralstoffe. Obwohl hierzulande ein hoher Lebensstandard herrscht, können Nährstoffmangelzustände auftreten. In diesem umfassenden Leitfaden erfährst du, wie du einen Nährstoffmangel erkennen, verhindern und behandeln kannst. Unser Fokus liegt auf den wichtigsten Aspekten: Symptome, Ursachen, Tests und Präventionsmaßnahmen. Lass uns in die Welt der Mikronährstoffe eintauchen und deine Gesundheit optimieren.

Was ist ein Nährstoffmangel?

Hierbei handelt es sich um einen Zustand, bei dem dein Körper ein Defizit an essenziellen Vitaminen und Mineralstoffen aufweist. Diese Mikronährstoffe sind für zahlreiche Körperfunktionen unverzichtbar. Fehlen sie, kann das zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen führen.

Was sind Ursachen für einen Nährstoffmangel?

Trotz des Überflusses an Nahrung leiden viele Menschen unter Nährstoffmängeln – oft ohne es zu wissen. Die häufigsten Gründe dafür sind:

  • einseitige Ernährung
  • bestimmte Lebenssituationen
  • Medikamente
  • Lebensstil

Nährstoffmangel durch einseitige Ernährung

Eine der häufigsten Ursachen für einen Nährstoffmangel ist eine einseitige Ernährung. Fast Food, Zucker und verarbeitete Lebensmittel liefern zwar Kalorien, aber kaum essenzielle Nährstoffe. Auch strenge Diäten können schnell zu Mangelzuständen führen.

Lebenssituationen und Nährstoffmangel: Schwangerschaft, Stillzeit, Alter

In bestimmten Lebensphasen ist der Nährstoffbedarf erhöht. Während der Schwangerschaft und Stillzeit braucht der Körper mehr Mikronährstoffe für die Entwicklung des Kindes. Besonders wichtig ist Folsäure, die für das Wachstum und die Zellteilung notwendig ist. Ältere Menschen sind ebenfalls anfällig für Nährstoffmängel. Mit zunehmendem Alter lässt das Hunger- und Durstgefühl nach. Daher ist die Nährstoffaufnahme oft unzureichend. Darüber hinaus können chronische Krankheiten einen Mehrbedarf an Nährstoffen bedingen.

Nährstoffmangel durch Medikamente

Viele Menschen sind auf die regelmäßige Einnahme von Medikamenten angewiesen. Leider können einige dieser Medikamente die Aufnahme von Nährstoffen stören. Antidiabetika, Blutdrucksenker, Schmerzmittel sowie Antibiotika gehören zu den häufigsten Übeltätern. Sie blockieren die Aufnahme von Vitaminen und Mineralstoffen bzw. erhöhen deren Ausscheidung. Nimmst du regelmäßig Medikamente ein, dann prüfe deinen Nährstoffstatus und nimm gegebenenfalls Anpassungen vor.
Erfahre in diesem YouTube-Video, welche Medikamente sich als größte Nährstoffräuber entpuppen und welche Mechanismen dahinter stecken.

Wie beeinflusst der Lebensstil die Nährstoffzufuhr?

Ein weiteres Problem ist unser moderner Lebensstil. Stress, Rauchen und Alkoholkonsum erhöhen den Nährstoffbedarf und behindern gleichzeitig die Aufnahme von Vitaminen und Mineralstoffen. Insbesondere Vitamin D3, Vitamin B12, Folsäure, Eisen und Jod sind häufig betroffen.

Woran erkennst du einen Nährstoffmangel?

Einen Nährstoffmangel zu erkennen ist oft schwierig, da die Symptome unspezifisch, vielfältig und oft subtil sind. Vieles davon bringst du nicht mit einem Mangel an Vitaminen oder Mineralstoffen in Verbindung. Ein Nährstoffmangel-Test schafft Klarheit und kann gesundheitliche Probleme verhindern.

Nährstoffmangel: Diese Symptome sind Warnsignale

Chronische Müdigkeit, häufige Infekte, Schlafstörungen sowie Konzentrationsschwierigkeiten sind einige der häufigsten Anzeichen. Weiterhin können Muskelkrämpfe, trockene Haut und brüchige Nägel auf einen Mangel hinweisen. Achte auf diese Signale und nimm sie ernst. Wende dich bei Bedarf an die Arztpraxis deines Vertrauens und lass dich beraten.

Nährstoffmangel erkennen: Wie zuverlässig sind Tests?

Ein Blutbild gibt dir genaue Auskunft über deinen Vitamin- und Mineralstoffstatus. Liegen entsprechende Hinweise vor, kann dein Hausarzt eine Untersuchung veranlassen. Die Kosten übernimmt in diesem Fall die Krankenkasse. Leider gilt das Angebot nicht für präventive Leistungen.
Vorsicht ist bei frei verkäuflichen Selbsttests geboten. Von fragwürdigen Verfahren wie z.B. Bioscan-Methode oder Haaranalysen ist abzuraten. Auch Speicheltests liefern – mit Ausnahme von Cortisol – kaum zuverlässige Ergebnisse.
Eine weitere Alternativ sind private Labore, die Vollblutanalysen anbieten. So lassen sich Vitamine, Mineralstoffe und Makronährstoffe (z.B. Omega-3-Fettsäuren) bestimmen. Umfangreiche Tests sind allerdings sehr preisintensiv und können mehrere hundert Euro kosten.

Nährstoffmangel verhindern: Ausgewogene Ernährung ist Pflicht

Eine ausgewogene, vitalstoffreiche Ernährung ist die wichtigste Maßnahme, um einen Nährstoffmangel zu verhindern. Setze auf eine bunte Vielfalt an Lebensmitteln. Daher soltlen Gemüse, Obst, Pseudogetreide, Nüsse, Kerne und Samen täglich auf deinem Speiseplan stehen. Vermeide stark verarbeitete Lebensmittel (z.B. Fertigprodukte) und reduziere deinen Zucker- und Weißmehlkonsum. Eine abwechslungsreiche Ernährung liefert deinem Körper alle notwendigen Mikronährstoffe und beugt Mängeln vor.

Nährstoffmangel behandeln: Natürliche und ergänzende Maßnahmen

Wird ein Nährstoffmangel diagnostiziert, ist schnelles Handeln gefragt. Oftmals kannst du das Defizit durch eine gezielte Ernährungsumstellung beheben. Konzentriere dich dabei auf vitalstoffreiche Lebensmittel und integriere sie regelmäßig in deine Mahlzeiten. Manchmal reicht eine Ernährungsumstellung jedoch nicht aus. In solchen Fällen können Nahrungsergänzungsmittel helfen. Wichtig dabei: verwende Supplements nur als Ergänzung zu einer gesunden Ernährung und nicht als Ersatz. Lass dich von einem Arzt oder Apotheker beraten, um die richtige Dosierung zu finden. Bedenke jedoch, dass unser Körper Nährstoffe aus Lebensmitteln am besten verwerten kann.

Nährstoffmangel vorbeugen: Tipps für einen gesunden Lebensstil

Neben einer ausgewogenen Ernährung gibt es weitere Maßnahmen, um einen Nährstoffmangel vorzubeugen. Reduziere Stress durch regelmäßige Entspannungstechniken wie Meditation, Yoga oder Atemübungen. Vermeide den Konsum von Zellgiften wie Alkohol und Nikotin. Sie beeinflussen die Aufnahme von Nährstoffen negativ und beschleunigen deren Abbau. Achte auf ausreichend Schlaf, da er für die Regeneration des Körpers essenziell ist. Regelmäßige Bewegung fördert die Durchblutung und kurbelt den Stoffwechsel an. So verbesserst du die Nährstoffaufnahme.

Nährstoffmangel durch chronische Krankheiten möglich

Chronische Krankheiten wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Magen-Darm-Störungen können die Nährstoffaufnahme beeinträchtigen. Überprüfe in diesem Fall regelmäßig deinen Nährstoffstatus. Eine gezielte Supplementierung kann helfen Mängel auszugleichen und die Gesundheit zu unterstützen. Besprich deine Situation mit deiner Arztpraxis, um individuelle Empfehlungen zu erhalten.

Die häufigsten Nährstoffmängel: Ein Überblick

Einige Nährstoffmängel treten besonders häufig auf. Hier ein Überblick über die wichtigsten:

  • Vitamin D3: Essenziell für Knochengesundheit und Immunsystem. Ein Mangel kann zu Knochenschwäche und erhöhtem Infektionsrisiko führen. Im Winter sind wir hierzulande meist unterversorgt.
  • Vitamin B12: Wichtig für Blutbildung und Nervensystem. Ein Mangel äußert sich in Müdigkeit, Schwäche und neurologischen Störungen. Besonders Veganer und Vegetarier sollten diesen Wert im Auge behalten.
  • Folsäure: Notwendig für Zellteilung und Wachstum. Ein Mangel kann zu Blutarmut und Entwicklungsstörungen führen. Insbesondere in der Schwangerschaft ist dieses Vitamin wichtig.
  • Eisen: Essenziell für den Sauerstofftransport im Blut. Ein Mangel verursacht Müdigkeit, Blässe und Anämie. Frauen mit starker Menstruation (Hypermenorrhoe) sollten den Ferritinwert regelmäßig überprüfen lassen.
  • Jod: Wichtig für die Schilddrüsenfunktion. Ein Mangel kann zu Schilddrüsenunterfunktion und Wachstumsstörungen führen. Deutschland gilt als Jodmangelgebiet.
  • Omega-3-Fettsäuren: Notwendig für Herzgesundheit und Hirnfunktion. Tendenziell nehmen wir hierzulande zu viele Omega-6-Fettsäuren auf. Das führt zu einem Missverhältnis.

Fazit: Deine Gesundheit liegt in deinen Händen

  • Nährstoffmangel ist ein häufiges, aber oft übersehenes Problem. Eine einseitige Ernährung, bestimmte Lebenssituationen und der moderne Lebensstil tragen dazu bei.
  • Die Symptome eines Nährstoffmangels sind oft unspezifisch. Daher ist es wichtig, aufmerksam auf die Signale deines Körpers zu achten. Führe bei Verdacht einen Nährstoffmangel-Test durch.
  • Eine ausgewogene Ernährung, Stressreduktion und der Verzicht auf Zellgifte (z.B. Nikotin, Alkohol) sind die besten Maßnahmen, um Nährstoffmangel vorzubeugen.
  • Wenn nötig, können Nahrungsergänzungsmittel dir helfen den Mangel auszugleichen.

Deine Gesundheit ist dein wertvollster Schatz. Sie liegt in deinen Händen. Sorge dafür, dass dein Körper alle notwendigen Nährstoffe erhält, um optimal zu arbeiten. Mit diesem Wissen bist du bestens gerüstet, um einen Nährstoffmangel zu erkennen, vorzubeugen und zu behandeln.

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Autorin: Fanny Patzschke

Apothekerin, staatlich geprüfte Ernährungsberaterin, lizenzierte Fitnesstrainerin, zertifizierte Yogalehrerin, Vegan Raw Chef

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2 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Maria Mettermann
    28. Oktober 2023 16:42

    Bei mir hängt es sicher mit der Lebenssituation zusammen. Ich habe wenig Zeit. Deswegen bin ich froh, dass es Nahrungsergänzungsmittel gibt. Damit hat man dann eine Alternative.

    Antworten
    • Das ist genau der Punkt: ist es eine Frage der Zeit oder eher eine der Prioritäten? Wir alle haben pro Tag 24 Stunden zur Verfügung. Wie nutzen wir sie? Welche Routinen haben wir etabliert? Supplements können sicherlich sinnvoll sein. Allerdings sind sie kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung. Sie sollen lediglich die Nahrung ergänzen, deshalb “Nahrungsergänzungsmittel”.

      Antworten

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