Gesundheitsexpertin Fanny Patzschke erklärt: chronischer Stress im Körper begünstigt viele Krankheiten wie Diabetes, Schlafstörungen, Adipositas, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Osteoporose, Entzündungen, chronische Schmerzen, Allergien, Gelenkbeschwerden, Depressionen

Chronischer Stress Im Körper: Symptome, Folgen, Erkrankungen

Stress ist nicht per se schlecht für uns. Im Gegenteil: in akuten Gefahrensituationen ist er sogar überlebenswichtig. Kurze Stressmomente machen uns physisch und mental stärker bzw. widerstandsfähiger. Stichwort: Muskelaufbau. Chronischer Stress im Körper hingegen hat fatale Folgen. Sind wir über Jahre oder sogar Jahrzehnte stetigem Druck ausgesetzt, führt das zu krankhaften Veränderungen in unserem eigentlich perfekten System.

Welche Folgen hat chronischer Stress im Körper?

Stehen wir ständig unter Strom, schüttet unser Körper vermehrt Stresshormone aus. Die Folge: eine permanente Erhöhung des Cortisol-Spiegels.
Cortisol ist auch bekannt als Hydrocortison. Dabei handelt es sich um ein wichtiges, körpereigenes Hormon aus der Nebennierenrinde. Es ist beteiligt an unzähligen Stoffwechselvorgängen und zeigt sich überwiegend für katabole (abbauende) Prozesse verantwortlich. Typische Zivilisationskrankheiten wie z.B. Diabetes, Schlafstörungen, Übergewicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronische Entzündungen oder Depressionen sind nichts anderes als die logische Konsequenz von aneinandergereihten Lebenskrisen.

Warum schwächt Stress unser Immunsystem?

Cortisol wirkt immunsuppressiv. Chronischer Stress im Körper unterdrückt die Vermehrung von T- und B-Lymphozyten. Dadurch findet keine Zelldifferenzierung statt. Die T-Helferzellen produzieren keine Interleukine (Botenstoffe) – also auch keine Antikörper. Therapeutisch wird diese Eigenschaft zur Bekämpfung von Autoimmunreaktionen wie z.B. Allergien genutzt. Dauerhaft erhöhte Spiegel führen zu einer Lymphopenie (Lymphozytenmangel). Auf lange Sicht sind wir auf diese Weise anfälliger gegenüber Infekten.

Warum verursacht Stress Schlafstörungen?

Cortisol wirkt antagonistisch zum “Schlafhormon” Melatonin. Das steuert unseren Schlaf-Wach-Rhythmus und initiiert das Einschlafen. Die Produktion wird durch den Lichteinfall auf die Netzhaupt unseres Auges reguliert. Bei Dunkelheit steigt sie an. Deshalb brauchen viele Menschen im Winter mehr Schlaf. Cortisol unterdrückt Melatonin und dessen Wirkungen. Die Folge bei Dauerstress: Insomnie (Schlafstörung).

Warum werden wir durch Stress depressiv?

Einen ähnlichen Effekt entfaltet Cortisol auch auf das Serotonin – unser “Glückshormon”. Chronischer Stress im Körper hemmt nicht nur dessen Synthese, sondern fördert auch den Verbrauch. Folge: Stimmungsschwankungen bis hin zu Depressionen. Im Tierexperiment konnte außerdem nachgewiesen werden, dass Hypercortisolismus zur Störung des Kurzzeitgedächtnises führt.

Gefangen im Stress-Hamsterrad

Sobald sich unser Körper mit einer potentiellen Gefahrensituation konfrontiert sieht, schüttet er akut Adrenalin und Noradrenalin aus. Später gesellt sich das oben genannte Cortisol hinzu. Gerade das wird uns bei chronisch erhöhten Spiegeln zum Verhängnis. Neben den bereits beschriebenen Effekten führt ein Cortisolüberschuss im schlimmsten Fall zu einer Nebennierenschwäche (Adrenal Fatigue). Ist die Funktion des Organs eingeschränkt, sind wir nicht mehr in der Lage genügend Cortisol zu produzieren. Steht uns Cortisol nicht mehr ausreichend im Körper zur Verfügung, kann das tödlich enden.

Was ist der Flucht-Kampf-Mechanismus?

Durch diverse Stress-Faktoren gelangen wir immer wieder in typische “Fight-or-Flight”-Situationen. Der Sympathikus ist dann aktiv. Die Folgen:

  • Blutdruckanstieg durch Verengung der Gefäße
  • Erhöhung der Herzfrequenz sowie Körpertemperatur
  • Erweiterung der Bronchien, dadurch flachere Atmung
  • Mobilisierung der Energiereserven durch Up-Regulierung des Blutzuckerspiegels
  • Anspannen der Muskeln sowie Anstieg des Tonus
  • vermehrte Schweißbildung sowie Down-Regulation der Verdauung

Nach akutem Stress kehrt das gesamte System relativ schnell wieder in den Normalzustand zurück. Doch was, wenn der Stress chronisch wird? Dann bleibt der Cortisolspiegel auf einem konstant hohem Niveau. Die Folge: Manifestation des Stress-Syndroms.

Was ist das Stress-Syndrom?

Chronischer Stress im Körper sorgt für einen permanent ablaufenden Flucht-Kampf-Mechanismus. Dadurch gewöhnen wir uns u.a. eine dauerhaft falsche – zu flache – Atmung an. Somit versorgen wir unseren Körper und das Gehirn nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff. Der Geist wird müde, träge und unaufmerksam. Wir reagieren reizbar, angespannt, gestresst und fühlen uns ausgelaugt.
Ein dauerhaft erhöhter Muskeltonus führt zu Verspannungen, was sich vor allem in Schmerzen des Schulter-Nacken-Rückenbereiches äußert. Später manifestieren sich ernsthafte organische Probleme wie z.B. Magengeschwüre, Herz-Rhythmus-Störungen, Bluthochdruck, grippale Infekte, Kopfschmerzen und Allergien. Schließlich führt all das zum Nervenzusammenbruch und Burnout. Im schlimmsten Fall endet das Ganze tödlich.

Das Wichtigste in Kürze

  • Chronischer Stress im Körper erhöht den Cortisol-Spiegel. Dabei handelt es sich um unser wichtigstes Stresshormon aus der Nebennierenrinde.
  • Typische Zivilisationskrankheiten werden durch Dauerstress begünstigt. Dazu zählen Diabetes, Schlafstörungen, Adipositas, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Osteoporose, Entzündungen, chronische Schmerzen, Allergien, Gelenkbeschwerden oder depressive Verstimmungen.
  • Chronischer Stress schwächt außerdem unser Immunsystem. Somit sind wir anfälliger für Infekte durch Viren und schädliche Bakterien.
  • Ist der Sympathikus permanent aktiv, läuft der Flucht-Kampf-Mechanismus ohne Unterbrechung ab. Daraus kann sich das Stress-Syndrom manifestieren.

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Autorin: Fanny Patzschke

Apothekerin, staatlich geprüfte Ernährungsberaterin, lizenzierte Fitnesstrainerin, zertifizierte Yogalehrerin, Vegan Raw Chef

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